Balkonkraftwerk auf Flachdach montieren leicht gemacht

Balkonkraftwerk auf dem Flachdach: So gelingt die Montage auf Garage oder Carport

Der Balkon ist nach Norden ausgerichtet, die Terrasse verschattet, aber das Garagendach badet den ganzen Tag in der Sonne? Ein Gedanke, der vielen Hausbesitzern in der Region Neumarkt und Hilpoltstein kommt: Lässt sich diese ungenutzte Fläche nicht ideal für ein Balkonkraftwerk nutzen?

Die Antwort ist ein klares Ja. Ein Flachdach auf Garage, Carport oder Gartenhaus ist oft der ideale Standort für eine Mini-PV-Anlage. Doch wie befestigt man die Solarmodule sicher, ohne das Dach zu beschädigen? Die Lösung heißt „Aufständerung“: eine clevere Montagemethode, die ohne Bohren auskommt. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie sie funktioniert.

Warum Aufständerung die beste Wahl für Ihr Flachdach ist

Wenn man an die Montage von Solarmodulen denkt, hat man oft Bilder von fest verschraubten Halterungen im Kopf. Bei einem Flachdach, insbesondere mit Bitumen- oder Folienabdichtung, ist Bohren jedoch die denkbar schlechteste Wahl. Jedes Loch ist eine potenzielle Schwachstelle für Undichtigkeiten und kann zu Bauschäden führen.

Genau hier setzt das Prinzip der Aufständerung an. Anstatt die Halterung mit dem Dach zu verschrauben, wird sie durch gezielt platziertes Gewicht (Ballast) an Ort und Stelle gehalten.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Keine Dachdurchdringung: Die empfindliche Dachhaut bleibt intakt. Das Risiko von Wasserschäden ist damit praktisch ausgeschlossen.
  • Maximale Flexibilität: Die Anlage lässt sich jederzeit neu positionieren oder bei einem Umzug einfach mitnehmen.
  • Optimale Ausrichtung: Die dreieckige Form der Halterung neigt die Solarmodule im perfekten Winkel zur Sonne, was den Energieertrag deutlich steigert.
  • Einfache Installation: Die Montage ist auch für handwerklich geschickte Laien problemlos machbar.

Die Physik der Sicherheit: Windlast und die richtige Beschwerung

Die größte Herausforderung bei einer aufgeständerten Anlage ist nicht die Schwerkraft, sondern der Wind. Eine offene Fläche wie ein Garagendach bietet ihm eine ideale Angriffsfläche. Studien zeigen, dass Winddruck bei Stürmen Kräfte von über 1 Kilonewton pro Quadratmeter (ca. 100 kg/m²) auf die Module ausüben kann.

Unterschätzen Sie diese Kraft nicht! Ein unzureichend beschwertes Balkonkraftwerk kann vom Dach geweht werden und erhebliche Schäden verursachen.

Die richtige Beschwerung, auch Ballastierung genannt, ist deshalb das A und O für eine sichere Montage.

Wie viel Gewicht ist nötig?

Die benötigte Menge an Ballast hängt von mehreren Faktoren ab:

  1. Gebäudehöhe: Je höher das Gebäude, desto stärker der Wind.
  2. Standort (Windzone): Deutschland ist in verschiedene Windzonen eingeteilt. Unsere Region um Neumarkt und Roth liegt überwiegend in Windzone 1, der niedrigsten Kategorie.
  3. Neigungswinkel der Module: Je steiler die Module aufgestellt sind, desto mehr Angriffsfläche bieten sie dem Wind.

Als Faustregel gilt: Für ein Standard-Balkonkraftwerk mit zwei Modulen und einem Neigungswinkel von 10–15 Grad sollten Sie in unserer Region mit mindestens 50–70 kg pro Modul rechnen – das entspricht etwa vier bis fünf handelsüblichen Gehwegplatten (50x50x5 cm).

Profi-Tipp: Legen Sie immer eine Bautenschutzmatte unter die Ballaststeine. Sie schützt die Dachhaut vor Abrieb und verteilt den Druck gleichmäßiger.

Der perfekte Winkel: So holen Sie das Maximum aus der Sonne heraus

Ein flach auf dem Dach liegendes Modul würde deutlich weniger Strom erzeugen als ein optimal zur Sonne ausgerichtetes. Die Aufständerung ermöglicht es, den perfekten Neigungswinkel einzustellen.

Für den maximalen Jahresertrag hat sich in unserer geografischen Breite (Region Neumarkt i.d.OPf.) ein Neigungswinkel von ca. 30–35 Grad als ideal erwiesen. Viele Montagesysteme bieten jedoch bewusst flachere Winkel von 10, 15 oder 20 Grad an. Der Grund ist ein physikalischer Kompromiss: Ein flacherer Winkel reduziert die Windlast erheblich und erfordert somit weniger Ballast, während der Ertragsverlust oft nur gering ist.

  • Sommer-Optimum: Ein flacherer Winkel (15–20 Grad) fängt die hochstehende Sommersonne perfekt ein.
  • Winter-Optimum: Ein steilerer Winkel (über 35 Grad) nutzt die tiefstehende Wintersonne besser und lässt Schnee leichter abrutschen.

Wer mit seinem Balkonkraftwerk vor allem im Sommer die Grundlast decken möchte, für den ist ein Winkel zwischen 15 und 25 Grad ein hervorragender Kompromiss aus Ertrag und Sicherheit.

Schritt-für-Schritt: Die Montage auf dem Flachdach im Überblick

Obwohl jedes Montagesystem leicht unterschiedlich ist, folgt die Montage im Wesentlichen demselben Prinzip:

  1. Dach prüfen und vorbereiten: Ist das Dach sauber? Vor allem aber: Ist die Statik der Garage oder des Carports für das zusätzliche Gewicht (Module + Halterung + Ballast) ausgelegt? Ein Standard-Balkonkraftwerk wiegt inklusive Beschwerung schnell 150–200 kg. Ziehen Sie im Zweifel immer einen Statiker zu Rate.
  2. Aufständerung zusammenbauen: Montieren Sie die dreieckigen Halterungen gemäß der Anleitung des Herstellers am Boden vor. Das ist einfacher und sicherer.
  3. Position festlegen und ausrichten: Tragen Sie die Halterungen auf das Dach. Richten Sie sie exakt nach Süden aus (ein Kompass auf dem Smartphone hilft). Achten Sie auf ausreichenden Abstand zu Dachkanten und möglichen Schattenquellen wie Schornstein oder Antenne.
  4. Ballast auflegen: Platzieren Sie die Bautenschutzmatten und legen Sie die Gehwegplatten oder andere Gewichte in die dafür vorgesehenen Wannen oder Schienen der Halterung. Achten Sie auf eine gleichmäßige Gewichtsverteilung.
  5. Solarmodule befestigen: Heben Sie die Solarmodule vorsichtig auf die Halterung und befestigen Sie sie mit den mitgelieferten Klemmen. Ziehen Sie die Schrauben mit dem vom Hersteller angegebenen Drehmoment an.
  6. Verkabelung und Anschluss: Verbinden Sie die Module mit dem Wechselrichter und verlegen Sie das Anschlusskabel sicher zur Steckdose. Achten Sie darauf, dass keine Kabel im Wind flattern oder in Pfützen liegen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Flachdach-Montage

F: Muss ich die Flachdach-Anlage genehmigen lassen?
A: In der Regel nicht. Die Anmeldung für Balkonkraftwerke bis 800 Watt ist stark vereinfacht. Sie müssen lediglich im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Die Anmeldung eines Balkonkraftwerks ist online in wenigen Minuten erledigt. Eine baurechtliche Genehmigung ist für diese Art der mobilen, nicht fest verbauten Anlage in der Regel nicht erforderlich.

F: Was ist, wenn mein Garagendach eine leichte Neigung hat?
A: Die meisten Flachdächer haben eine leichte Neigung von 2–5 % für den Wasserablauf. Das ist für die meisten Aufständerungssysteme kein Problem. Viele Halterungen lassen sich sogar justieren, um die Neigung auszugleichen.

F: Hält mein Dach die zusätzliche Last aus?
A: Eine Standard-Betongarage kann die Last in der Regel problemlos tragen. Bei Leichtbau-Carports oder älteren Holzkonstruktionen sollten Sie die Tragfähigkeit vorab prüfen lassen. Die Gesamtlast verteilt sich auf eine große Fläche, sodass die punktuelle Belastung gering ist.

F: Kann ich nicht einfach nur Gehwegplatten unter die Module legen?
A: Nein, auf keinen Fall. Ohne eine fachgerechte Aufständerung, die die Platten sicher fixiert und den richtigen Winkel herstellt, können die Module beim nächsten Sturm zu einem gefährlichen Geschoss werden. Das Montagesystem ist für die Sicherheit unerlässlich.

F: Was mache ich mit dem erzeugten Strom, wenn ich nicht zu Hause bin?
A: Das ist eine sehr gute Frage. Der Strom, den Sie nicht direkt verbrauchen, fließt unvergütet ins öffentliche Netz. Um diesen wertvollen Sonnenstrom selbst zu nutzen, ist ein Balkonkraftwerk mit Speicher die ideale Lösung. Der Speicher lädt sich tagsüber auf und gibt den Strom abends ab, wenn Sie ihn für Licht, Fernseher oder zum Kochen benötigen.

Ihr nächster Schritt zur eigenen Sonnenenergie

Ein Garagen- oder Carportdach ist eine ungenutzte Goldgrube für die eigene Stromerzeugung. Mit einer durchdachten Aufständerung nutzen Sie dieses Potenzial sicher und effizient, ohne Ihr Dach zu beschädigen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der sorgfältigen Planung, insbesondere bei der Statik und der richtigen Beschwerung.

Sie haben noch Fragen oder möchten sich passende Systeme einmal live ansehen? Als Ihr regionaler Partner für Solartechnik im Raum Hilpoltstein und Neumarkt stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Wir helfen Ihnen, die perfekte Lösung für Ihr Flachdach zu finden – ehrlich, verständlich und mit dem nötigen Praxiswissen. Besuchen Sie uns oder stöbern Sie durch unsere sorgfältig ausgewählten Komplettsets.