
PV-Anlage selbst montieren: Wer haftet, wenn etwas schiefgeht?
Stellen Sie sich vor: Die Sonne scheint, die neuen Solarmodule liegen bereit und Sie, voller Tatendrang, montieren sie stolz auf Ihrem Dach oder im Garten. Die meiste Arbeit ist geschafft und Sie haben eine ordentliche Summe an Montagekosten gespart. Jetzt fehlt nur noch der Elektriker, der die Anlage ans Netz anschließt.
Doch genau an dieser Schnittstelle beschleicht viele ein mulmiges Gefühl: Was, wenn ich bei der Montage einen Fehler gemacht habe? Wer ist verantwortlich, falls später ein Schaden entsteht – ich als Bauherr oder der Fachbetrieb, der den Anschluss vorgenommen hat?
Diese Frage ist nicht nur berechtigt, sondern entscheidend für die Sicherheit und den Wert Ihrer Investition. Wir bringen Licht ins Dunkel der Haftungsfragen und zeigen Ihnen, wie Sie mit einer klaren Aufgabenverteilung Ihr Solarprojekt sicher und erfolgreich umsetzen.
Das Grundprinzip: Sie sind der Bauherr Ihrer Anlage
Das Wichtigste zuerst: Wenn Sie Teile Ihrer Photovoltaikanlage selbst installieren, sind Sie rechtlich gesehen der „Bauherr“. Damit tragen Sie die Gesamtverantwortung für Ihr Projekt – von der Auswahl der Komponenten bis zur Standsicherheit der montierten Module.
Man kann es sich wie beim Hausbau vorstellen: Wenn Sie eine Wand selbst mauern, sind Sie dafür verantwortlich, dass sie gerade und stabil ist. Der Maler, der später die Farbe aufträgt, haftet nur für seine Malerarbeiten, nicht für die Statik Ihrer Wand.
Bei der PV-Anlage bedeutet das:
- Ihre Verantwortung (Eigenleistung): Die fachgerechte Montage der Unterkonstruktion, die sichere Befestigung der Solarmodule und die Verlegung der Solarkabel (DC-Seite) bis zum Wechselrichter.
- Verantwortung des Fachbetriebs: Der sichere elektrische Anschluss der Anlage an Ihr Hausnetz (AC-Seite) und die Anmeldung beim Netzbetreiber.
Genau diese Zusammenarbeit zwischen Eigenleistung und Fachbetrieb ist ein kluger Weg, um Kosten zu sparen, ohne bei der Sicherheit Kompromisse einzugehen.
Die kritische Prüfung: Warum der Elektriker nicht einfach alles anschließt
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass der Elektriker nur für das „Anklemmen“ der Kabel bezahlt wird. Tatsächlich hat er eine gesetzlich verankerte Prüfpflicht. Bevor er Ihre Anlage an das öffentliche Stromnetz anschließt, muss er sicherstellen, dass Ihre Vorarbeit den geltenden Normen, insbesondere der VDE-Anwendungsregel (VDE-AR-N 4105), entspricht.
Er haftet mit seiner Zulassung dafür, dass die Gesamtanlage sicher ist. Deshalb wird ein seriöser Elektriker Ihre Eigenleistung genau unter die Lupe nehmen. Dazu gehören unter anderem:
- Sichtprüfung der Montage: Sind die Module fest und sturmsicher verankert?
- Prüfung der Verkabelung: Wurden die richtigen Kabel verwendet und korrekt verlegt, ohne Quetschungen oder scharfe Kanten?
- Kontrolle der Erdung: Ist das Montagesystem ordnungsgemäß in den Potenzialausgleich eingebunden?
Findet der Elektriker hier Mängel, darf er die Anlage nicht in Betrieb nehmen. Er wird Ihnen genau aufzeigen, was nachgebessert werden muss. Das ist kein Misstrauen, sondern ein wichtiger Schutzmechanismus – für Sie, für ihn und für die Stabilität des Stromnetzes.
Haftung klar getrennt: Ein Überblick
Wofür haften Sie als Bauherr?
- Schäden, die durch eine fehlerhafte mechanische Montage entstehen (z. B. ein Modul löst sich bei Sturm und beschädigt das Nachbarauto).
- Schäden durch unsachgemäße Verlegung der DC-Kabel (z. B. ein Kabelbrand durch eine Quetschung).
- Die Auswahl der passenden Komponenten für Ihr Dach oder Ihren Standort.
Wofür haftet der Elektrofachbetrieb?
- Schäden, die direkt auf seine Anschlussarbeiten zurückzuführen sind (z. B. ein Fehler im Zählerschrank).
- Die korrekte Anmeldung und Inbetriebnahme der Anlage gemäß den Netzbetreiber-Vorschriften.
- Er haftet mit, wenn er eine offensichtlich mangelhafte Eigenleistung wider besseres Wissen anschließt und daraus ein Schaden entsteht.
Gewährleistung vs. Haftung: Ein kleiner, aber feiner Unterschied
Oft werden diese beiden Begriffe verwechselt, doch sie beschreiben zwei grundverschiedene Sachverhalte:
- Gewährleistung (Produktgarantie): Diese bezieht sich auf Mängel am Produkt selbst. Wenn also ein bei uns gekauftes Solarmodul nach einem Jahr unerwartet an Leistung verliert, ist das ein Gewährleistungsfall. Hier sind wir als Ihr Händler der erste Ansprechpartner.
- Haftung (Installationsfehler): Diese greift, wenn durch einen Fehler bei der Montage ein Schaden an anderem Eigentum oder Personen entsteht. Fällt ein Modul vom Dach, ist das ein Haftungsfall – nicht die Gewährleistung des Modulherstellers.
Für alle, die auf der Suche nach zuverlässigen Komponenten für ihr Projekt sind, bieten wir geprüfte PV-Komplettsets an, die für eine sichere Eigenmontage ausgelegt sind.
Das Abnahmeprotokoll: Ihr wichtigstes Dokument
Nachdem der Elektriker alles geprüft, angeschlossen und für sicher befunden hat, folgt der letzte formale Schritt: das Inbetriebnahmeprotokoll (oft auch Abnahmeprotokoll genannt).
Dieses Dokument ist weit mehr als nur ein Stück Papier. Mit Ihrer Unterschrift und der des Elektrikers wird offiziell bestätigt, dass die Anlage zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme den technischen Normen entsprach und sicher ist. Es ist der Beweis, dass der Fachbetrieb seine Prüfpflicht erfüllt hat und Sie Ihre Verantwortung als Bauherr wahrgenommen haben. Bewahren Sie dieses Dokument sorgfältig bei Ihren Unterlagen auf – es ist im Fall der Fälle Ihre Absicherung gegenüber Versicherungen und dem Netzbetreiber.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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Muss ich den Elektriker für den Anschluss selbst suchen?
Nicht unbedingt. Ein großer Vorteil bei JuraSol ist unser regionales Netzwerk. Wir arbeiten eng mit qualifizierten Elektrofachbetrieben im Raum Hilpoltstein, Neumarkt und Umgebung zusammen und können Ihnen gerne einen verlässlichen Partner für den Netzanschluss vermitteln. -
Was passiert, wenn der Elektriker Mängel an meiner Montage feststellt?
Keine Sorge, das ist kein Weltuntergang. Ein guter Elektriker wird Ihnen eine klare Liste der zu behebenden Punkte geben. Sobald Sie diese korrigiert haben, kommt er erneut zur Prüfung und schließt die Anlage an. -
Gilt diese strenge Regelung auch für kleine Balkonkraftwerke?
Bei einfachen Balkonkraftwerken, die in eine vorhandene Steckdose gesteckt werden, entfällt der Anschluss durch einen Elektriker. Die Verantwortung für die sichere Befestigung liegt aber auch hier vollständig bei Ihnen. Sobald eine neue, fest installierte Einspeisesteckdose (z. B. Wieland-Steckdose) benötigt wird, muss diese ebenfalls von einem Elektriker installiert werden. -
Deckt meine private Haftpflichtversicherung Schäden durch Eigenleistung ab?
Das sollten Sie unbedingt vorab prüfen! Viele Standard-Haftpflichtversicherungen schließen Schäden aus „Bautätigkeiten“ aus. Informieren Sie Ihre Versicherung über Ihr Vorhaben oder schließen Sie eine spezielle Bauherren-Haftpflichtversicherung ab. Der geringe Betrag ist gut investiertes Geld.
Fazit: Eigenleistung mit Köpfchen und System
Die eigene PV-Anlage teilweise selbst zu montieren, ist eine hervorragende Möglichkeit, die Energiewende im eigenen Zuhause voranzutreiben und dabei Kosten zu sparen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in sorgfältiger Arbeit und dem Verständnis für die klare Trennung der Verantwortlichkeiten.
Nehmen Sie Ihre Rolle als Bauherr ernst und vertrauen Sie für den kritischen Netzanschluss auf einen qualifizierten Fachmann – so schaffen Sie eine sichere, langlebige und vorschriftskonforme Anlage.
Sie planen Ihr eigenes Solarprojekt in der Region Hilpoltstein, Roth oder Neumarkt und haben noch Fragen zur richtigen Vorgehensweise? Wir bei JuraSol liefern nicht nur die passenden Produkte, sondern stehen Ihnen auch mit praxisnahem Wissen zur Seite.
Vereinbaren Sie eine persönliche Beratung oder besuchen Sie uns in Hilpoltstein. Wir helfen Ihnen, Ihr Projekt sicher auf den Weg zu bringen.



