Die richtige Kabeldimensionierung für Ihre PV-Anlage: Querschnitt berechnen und Leistungsverluste vermeiden

Stellen Sie sich vor, Sie haben in hochwertige Solarmodule und einen effizienten Wechselrichter investiert. Die Sonne scheint, die Anlage läuft – doch am Ende des Jahres stellen Sie fest, dass Ihr Ertrag spürbar unter den Erwartungen liegt. Der Grund dafür ist oft unsichtbar und wird bei der Planung leicht übersehen: das Solarkabel.

Es ist die unscheinbare Lebensader Ihrer Photovoltaikanlage. Doch die Wahl des falschen Kabelquerschnitts kann den Unterschied zwischen optimaler Leistung und unnötigen Verlusten bedeuten. Während Effizienzverluste von 1–3 % bei PV-Anlagen normal sind, kann eine falsche Kabelwahl diese auf über 5 % ansteigen lassen. Auf 20 Jahre hochgerechnet, ist das eine erhebliche Menge an verschenktem Solarstrom – und bares Geld.

Dieser Ratgeber führt Sie durch den „Kabeldschungel“. Wir erklären, worauf es wirklich ankommt, wie Sie Leistungsverluste vermeiden und warum das richtige Kabel das Fundament für den Erfolg Ihrer Anlage ist.

Warum das richtige Solarkabel mehr als nur eine Strippe ist

Ein Solarkabel ist nicht einfach nur ein Stromkabel. Es ist eine hochspezialisierte Komponente, die den von Ihren Modulen erzeugten Gleichstrom (DC) sicher und mit minimalen Verlusten zum Wechselrichter transportiert. Der Wechselrichter wandelt diesen dann in den für Ihr Hausnetz nutzbaren Wechselstrom (AC) um.

Daher unterscheidet man zwei Haupt-Kabelstrecken:

  1. DC-Verkabelung (Gleichstrom): Die Kabel, die Ihre Solarmodule miteinander und mit dem Wechselrichter verbinden. Sie sind extremen Bedingungen ausgesetzt – UV-Strahlung, Regen, Hitze und Kälte. Daher müssen spezielle, witterungsbeständige Solarkabel nach der Norm EN 50618 verwendet werden. Ein normales Installationskabel aus dem Baumarkt wäre hier eine massive Sicherheits- und Leistungsbremse.

  2. AC-Verkabelung (Wechselstrom): Das Kabel vom Wechselrichter zum Einspeisepunkt in Ihrem Hausnetz, meist dem Sicherungskasten.

Für beide Strecken gilt: Der Querschnitt des Kabels ist entscheidend für die Effizienz des gesamten Systems.

Der unsichtbare Feind: Leistungsverlust durch Spannungsabfall

Stellen Sie sich ein Stromkabel wie einen Wasserschlauch vor. Je dünner der Schlauch (geringerer Querschnitt) und je länger der Weg, desto mehr Druck geht auf der Strecke verloren. In der Elektrotechnik nennen wir dieses Phänomen Spannungsabfall.

Jeder Meter Kabel hat einen elektrischen Widerstand. Fließt Strom hindurch, geht ein Teil der Energie in Form von Wärme verloren. Die Folge: Die Spannung, die am Ende des Kabels ankommt, ist niedriger als am Anfang. Weniger Spannung bedeutet bei gleicher Stromstärke weniger Leistung.

Die professionelle Richtlinie: Die VDE-Norm 0100-712 empfiehlt, den Spannungsabfall auf der gesamten Strecke vom Modul bis zum Einspeisepunkt unter 1 % zu halten. Das ist der Goldstandard, an dem sich eine gute Planung misst.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Hitzeentwicklung. Ein zu dünnes Kabel erhitzt sich unter Last stärker. Das ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern senkt auch die Leistung, denn pro 10 °C Temperaturanstieg über der Normtemperatur kann die Leitfähigkeit des Kupfers um fast 4 % sinken. Ein Teufelskreis aus Widerstand, Hitze und Verlust beginnt.

Den richtigen Kabelquerschnitt berechnen: Eine Faustformel für die Praxis

Die exakte Berechnung kann komplex sein, doch die entscheidenden Faktoren sind einfach zu verstehen. Die Wahl des Querschnitts (gemessen in Quadratmillimetern, z. B. 4 mm² oder 6 mm²) hängt von drei Hauptfaktoren ab:

  1. Stromstärke (Ampere): Wie viel Strom fließt durch das Kabel? Dies hängt von der Leistung und Spannung Ihrer Module ab.

  2. Kabellänge (Meter): Wie lang ist die Strecke von den Modulen zum Wechselrichter oder vom Wechselrichter zum Hausanschluss?

  3. Akzeptabler Spannungsabfall: Das Ziel liegt bei den bereits erwähnten <1 %.

Für die meisten Heimanwendungen, insbesondere bei kürzeren Strecken, haben sich bestimmte Querschnitte als Standard etabliert.

Praxis-Tipp für Balkonkraftwerke: Bei einem typischen Balkonkraftwerk mit einer Kabellänge von bis zu 15 Metern zwischen Modul und Wechselrichter ist ein Querschnitt von 4 mm² oft ausreichend. Für die AC-Seite (Steckdose) wird meist ein 3×1,5 mm² Kabel verwendet. Bei größeren Anlagen oder längeren Wegen ist eine genauere Prüfung unerlässlich.

Tabelle: Empfohlene DC-Kabelquerschnitte (Richtwerte bei 1 % Spannungsabfall)

String-Leistung 2.000 Wp:

  • Max. Kabellänge bei 4 mm²: ca. 20 m
  • Max. Kabellänge bei 6 mm²: ca. 30 m

String-Leistung 4.000 Wp:

  • Max. Kabellänge bei 4 mm²: ca. 15 m
  • Max. Kabellänge bei 6 mm²: ca. 22 m

String-Leistung 6.000 Wp:

  • Max. Kabellänge bei 4 mm²: ca. 10 m
  • Max. Kabellänge bei 6 mm²: ca. 15 m

Diese Tabelle dient als Orientierung. Für eine präzise Auslegung, gerade wenn Sie größere PV-Komplettsets mit Batteriespeicher planen, ist eine individuelle Berechnung oder eine Beratung die sicherste Wahl.

Typische Fehler bei der Kabelwahl, die Sie vermeiden sollten

Bei JuraSol sehen wir in der Praxis immer wieder dieselben vermeidbaren Fehler, die wertvolle Energie kosten. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Fehler 1: Gewöhnliches Installationskabel im Außenbereich. Verwenden Sie auf der DC-Seite ausschließlich zertifizierte Solarkabel. Alles andere ist nicht nur ineffizient, sondern auch gefährlich, da die Isolierung durch UV-Licht porös wird.
  • Fehler 2: Am falschen Ende sparen. Ein hochwertiges 6-mm²-Kabel kostet nur unwesentlich mehr als ein 4-mm²-Kabel. Auf die Lebensdauer der Anlage gerechnet, macht sich diese kleine Investition durch den geringeren Leistungsverlust schnell bezahlt.
  • Fehler 3: Kabellängen unterschätzen. Planen Sie die Kabelführung so direkt und kurz wie möglich. Jeder unnötige Meter erhöht den Widerstand und damit den Verlust. Messen Sie die Strecke vor dem Kauf genau aus und planen Sie etwas Reserve ein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur PV-Kabeldimensionierung

Was ist der Unterschied zwischen 4 mm², 6 mm² und 10 mm²?
Der Wert beschreibt die Querschnittsfläche des Kupferleiters im Inneren. Je größer der Querschnitt, desto geringer der elektrische Widerstand und desto mehr Strom kann verlustarm transportiert werden. 10 mm² wird meist nur bei sehr langen Strecken oder sehr hohen Leistungen benötigt.

Kann ich dasselbe Kabel für die DC- und AC-Seite verwenden?
Nein. Die DC-Seite erfordert spezielle, UV- und witterungsbeständige Solarkabel. Die AC-Seite wird mit herkömmlichen Installationskabeln (z. B. NYM-J) verkabelt, deren Querschnitt ebenfalls nach Länge und Leistung bemessen werden muss.

Was passiert, wenn das Kabel zu dick ist?
Technisch passiert nichts Negatives – der Leistungsverlust ist sogar noch geringer. Allerdings sind Kabel mit größerem Querschnitt teurer, steifer und schwieriger zu verlegen. Es geht darum, den optimalen Kompromiss aus Effizienz, Kosten und Machbarkeit zu finden.

Wo bekomme ich Rat für mein Projekt in der Region Hilpoltstein?
Eine gute Planung ist alles. Wenn Sie unsicher sind, ist eine fachkundige Beratung der beste Weg. Als regionaler Fachhandel im Raum Hilpoltstein, Roth und Neumarkt i.d.OPf. stehen wir Ihnen gerne mit unserem Praxis-Know-how zur Seite und helfen Ihnen, alle Komponenten perfekt aufeinander abzustimmen.

Fazit: Das Fundament für maximale Erträge legen

Die Kabeldimensionierung ist ein perfektes Beispiel dafür, wie entscheidend die Details für den Gesamterfolg einer PV-Anlage sind. Wer hier an der falschen Stelle spart oder aus Unwissenheit die falsche Wahl trifft, verschenkt über Jahre hinweg wertvollen Solarstrom.

Indem Sie auf den richtigen Querschnitt achten und hochwertige, zertifizierte Solarkabel verwenden, legen Sie das unsichtbare, aber entscheidende Fundament für maximale Effizienz und einen sicheren Betrieb Ihrer Anlage.

Ihr nächster Schritt: Vom Wissen zur Planung

Sie haben nun das Rüstzeug, um die Bedeutung der richtigen Verkabelung zu verstehen. Der nächste logische Schritt ist, dieses Wissen in die Planung Ihres eigenen Projekts einfließen zu lassen. Ob Sie ein kleines Balkonkraftwerk für den Einstieg oder eine umfassende Dachanlage mit Speicher planen – die Sorgfalt bei der Auswahl jeder Komponente zahlt sich aus.

Wenn Sie aus der Region Hilpoltstein, Neumarkt oder Roth kommen, laden wir Sie ein, von unserer lokalen Expertise zu profitieren. Bei uns können Sie Produkte nicht nur online bestellen, sondern auch vor Ort abholen und sich persönlich beraten lassen. So verbinden Sie den Komfort des digitalen Kaufs mit dem Vertrauen eines Ansprechpartners in Ihrer Nähe.

Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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