Ihre PV-Anlage im Eigenbau: Die ultimative Checkliste für den Landkreis Neumarkt

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in Ihrem Garten in Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz, blicken auf Ihr Dach und denken: „Das kann ich auch.“ Die Sonne scheint, die Strompreise steigen, und der Gedanke, eigenen sauberen Strom zu erzeugen, ist verlockender denn je. Der Eigenbau einer Photovoltaikanlage ist nicht nur ein spannendes Projekt, sondern auch ein starkes Statement für Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit.

Doch bevor Sie zum Werkzeug greifen, tauchen die ersten Fragen auf: Wo fange ich an? Brauche ich eine Genehmigung vom Bauamt in Neumarkt? Was ist mit der Statik? Und wie melde ich das Ganze am Ende richtig an?

Keine Sorge, dieser Leitfaden ist Ihr persönlicher Fahrplan. Er begleitet Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess – von der ersten Idee bis zur offiziellen Inbetriebnahme Ihrer Anlage in der Region Neumarkt.

Phase 1: Die Vorbereitung – Das Fundament für Ihr Solarprojekt

Eine sorgfältige Planung ist die halbe Miete. In dieser Phase legen Sie das Fundament für ein Vorhaben, das im wahrsten Sinne des Wortes auf sicheren Beinen steht.

Schritt 1: Das Wichtigste zuerst – Die Statikprüfung

Bevor Sie auch nur ein einziges Solarmodul bestellen, gilt es, eine entscheidende Frage zu klären: Hält Ihr Dach die zusätzliche Last aus? Eine PV-Anlage wiegt je nach Größe und Montagesystem zwischen 15 und 25 kg pro Quadratmeter. Hinzu kommen Wind- und Schneelasten, die in unserer Region nicht zu unterschätzen sind.

Ihr To-do:

  • Statiker kontaktieren: Lassen Sie die Tragfähigkeit Ihres Dachstuhls von einem qualifizierten Statiker prüfen. Dieser Schritt ist unverzichtbar, denn die Sicherheit Ihrer Familie und Ihres Hauses hat oberste Priorität.
  • Unterlagen bereithalten: Halten Sie Baupläne und eventuell vorhandene ältere Statikberechnungen für den Termin bereit.

Schritt 2: Die Gegebenheiten Ihres Daches – Ausrichtung, Neigung und Verschattung

Die Leistung Ihrer zukünftigen Anlage hängt maßgeblich von den Bedingungen vor Ort ab.

  • Ausrichtung: Ein nach Süden ausgerichtetes Dach ist ideal, aber auch Ost-West-Dächer sind hervorragend geeignet. Sie verteilen die Stromerzeugung gleichmäßiger über den Tag, was Ihren Eigenverbrauch erhöht.
  • Neigung: Eine Dachneigung zwischen 30 und 45 Grad gilt als optimal, doch auch flachere oder steilere Dächer können effizient genutzt werden.
  • Verschattung: Achten Sie auf mögliche Schattenquellen. Ein großer Baum des Nachbarn, ein Schornstein oder eine Gaube können den Ertrag einzelner Module erheblich reduzieren. Moderne Anlagen mit Leistungsoptimierern können dieses Problem zwar minimieren, eine schattenfreie Fläche ist aber immer die beste Wahl.

Schritt 3: Der Gang zum Bauamt Neumarkt i.d.OPf.

In der Regel sind PV-Anlagen auf Dächern in Bayern genehmigungsfrei. Es gibt jedoch Ausnahmen, die Sie vorab klären sollten:

  • Denkmalschutz: Steht Ihr Gebäude unter Denkmalschutz? Dann ist eine Genehmigung zwingend erforderlich.
  • Lokale Bebauungspläne: In seltenen Fällen können Bebauungspläne Vorgaben zur Dacheindeckung oder -gestaltung enthalten.
  • Freiflächenanlagen: Planen Sie eine Anlage im Garten, gelten andere Regeln.

Unser Tipp: Ein kurzer Anruf beim zuständigen Bauamt in Neumarkt oder Ihrer Gemeinde (z.B. in Postbauer-Heng, Berching oder Freystadt) schafft schnell Klarheit und beugt späterem Ärger vor.

Schritt 4: Die richtige Anlagengröße finden – Eigenverbrauch ist Trumpf

Früher ging es darum, möglichst viel Strom ins Netz einzuspeisen. Heute ist das Ziel ein anderes: so viel selbst erzeugten Strom wie möglich direkt zu verbrauchen. Jede Kilowattstunde, die Sie nicht vom Energieversorger kaufen müssen, spart Ihnen bares Geld.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme zeigt: Eine typische PV-Anlage ohne Speicher deckt rund 30 % des Strombedarfs direkt. Mit einem passenden Batteriespeicher kann dieser Anteil auf 60 bis 80 % steigen. Das macht Sie nicht nur unabhängiger, sondern schützt Sie auch vor steigenden Netzentgelten.

Überlegen Sie also: Wie hoch ist Ihr Jahresstromverbrauch? Planen Sie zukünftige Verbraucher wie ein E-Auto oder eine Wärmepumpe? Eine gut dimensionierte Photovoltaikanlage mit Speicher ist heute oft die wirtschaftlichste Lösung.

Phase 2: Die Umsetzung – Vom Paket zum Kraftwerk

Jetzt wird es konkret: Die Planung steht, das Material wird beschafft und die Montage kann beginnen.

Schritt 5: Materialbeschaffung – Qualität zahlt sich aus

Der Markt für PV-Komponenten ist riesig. Achten Sie auf zertifizierte Qualität und Garantien. Sie benötigen im Wesentlichen:

  • Solarmodule: Das Herzstück Ihrer Anlage.
  • Wechselrichter: Wandelt den Gleichstrom der Module in nutzbaren Wechselstrom um.
  • Montagesystem: Die Halterung für die Module auf Ihrem Dach (z.B. Dachhaken für Ziegeldächer).
  • Solarkabel und Stecker: Für die sichere Verbindung aller Komponenten.

Regionaler Vorteil: Anstatt alles von anonymen Online-Händlern zu bestellen, können Sie bei uns in Hilpoltstein Ihre Komponenten auch direkt abholen. Das spart nicht nur Versandkosten, sondern Sie haben auch einen direkten Ansprechpartner vor Ort.

Schritt 6: Die Montage – Sicherheit hat oberste Priorität

Die mechanische Montage der Unterkonstruktion und der Module auf dem Dach ist für handwerklich geschickte Personen durchaus zu bewältigen. Unterschätzen Sie dabei aber nicht die Arbeit in der Höhe!

Sicherheits-Checkliste:

  • Absturzsicherung: Arbeiten Sie niemals ohne Gerüst oder eine persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA).
  • Wetter: Montieren Sie nicht bei starkem Wind, Regen oder Gewitter.
  • Zwei Personen: Führen Sie die Arbeiten immer mindestens zu zweit durch.

Die Grundprinzipien der sicheren Montage gelten für große Dachanlagen genauso wie für kleinere Projekte. Wenn Sie sich für die Details der Selbstmontage interessieren, finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Balkonkraftwerk installieren wertvolle Tipps, die auch hier anwendbar sind.

Schritt 7: Der elektrische Anschluss – Hier muss der Profi ran

Dieser Punkt ist nicht verhandelbar: Der Anschluss der Anlage an den Zählerschrank und das öffentliche Stromnetz darf in Deutschland ausschließlich von einem eingetragenen Elektroinstallateur vorgenommen werden.

Das hat gute Gründe:

  • Sicherheit: Fehler beim Anschluss können zu Bränden oder lebensgefährlichen Stromschlägen führen.
  • Garantie & Versicherung: Ohne fachgerechte Installation erlischt oft nicht nur die Herstellergarantie, sondern auch der Versicherungsschutz.
  • Netzbetreiber: Der Netzbetreiber verlangt für die Anmeldung ein Inbetriebsetzungsprotokoll, das nur ein zertifizierter Elektriker ausstellen darf.

Keine Sorge, falls Sie noch keinen Elektriker an der Hand haben. Dank unseres regionalen Netzwerks im Raum Neumarkt und Roth vermitteln wir Ihnen gerne geprüfte Fachbetriebe.

Phase 3: Die Bürokratie – Der letzte, aber wichtige Schritt

Ihre Anlage ist montiert und vom Elektriker angeschlossen. Jetzt fehlt nur noch die offizielle Anmeldung, damit Sie legal Strom erzeugen und ins Netz einspeisen dürfen.

Schritt 8: Anmeldung im Marktstammdatenregister (MaStR)

Jede Stromerzeugungsanlage in Deutschland – vom großen Windrad bis zum kleinen Balkonkraftwerk – muss bei der Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister registriert werden. Diese Registrierung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen. Sie wird online vorgenommen und ist kostenlos.

Schritt 9: Anmeldung beim Netzbetreiber (z.B. Bayernwerk Netz GmbH)

Vor der Inbetriebnahme muss Ihre Anlage beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Im Landkreis Neumarkt ist das meist die Bayernwerk Netz GmbH. Die Anmeldung übernimmt in der Regel Ihr Elektriker für Sie, da er die notwendigen technischen Dokumente und Zertifikate einreichen muss.

Der Prozess ist für große Anlagen zwar umfangreicher, die Grundprinzipien sind aber ähnlich wie bei der vereinfachten Anmeldung für ein 800W-Balkonkraftwerk. Nach erfolgreicher Prüfung wird bei Bedarf Ihr Zähler gegen einen Zweirichtungszähler getauscht und die Anlage darf offiziell ans Netz.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum PV-Eigenbau

Was ist der Unterschied zwischen kWp und kWh?

  • kWp (Kilowatt-Peak): Gibt die Spitzenleistung Ihrer Solarmodule unter genormten Testbedingungen an. Es ist quasi die „PS-Zahl“ Ihrer Anlage.
  • kWh (Kilowattstunde): Ist die Maßeinheit für die tatsächlich erzeugte oder verbrauchte Energiemenge – also das, was auf Ihrer Stromrechnung steht.

Brauche ich eine spezielle Versicherung für meine PV-Anlage?

Eine entsprechende Versicherung ist dringend zu empfehlen. Meist kann die Anlage kostengünstig in die bestehende Wohngebäudeversicherung eingeschlossen werden. Melden Sie die Anlage unbedingt Ihrem Versicherer. Eine separate Betreiberhaftpflichtversicherung ist ebenfalls eine Überlegung wert.

Kann ich wirklich alles selbst machen?

Nein. Die mechanische Montage auf dem Dach ist für geübte Heimwerker möglich, aber der elektrische Anschluss ist ausschließlich Sache eines konzessionierten Elektrikers.

Wie lange dauert der ganze Prozess von der Planung bis zur Inbetriebnahme?

Rechnen Sie realistisch mit mehreren Monaten. Die Statikprüfung, eventuelle Genehmigungsverfahren und vor allem die Terminfindung mit Handwerkern wie Elektrikern können Zeit in Anspruch nehmen.


Der nächste Schritt in Ihre solare Zukunft

Ein PV-Projekt im Eigenbau ist eine anspruchsvolle, aber unglaublich lohnende Aufgabe. Mit der richtigen Planung, einem Fokus auf Sicherheit und der Unterstützung von Experten an den entscheidenden Stellen können Sie Ihren Traum von der eigenen Stromerzeugung im Landkreis Neumarkt verwirklichen.

Sie beweisen damit, dass Sie bereit sind, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Der Weg von der Idee zur fertigen Anlage auf dem Dach erfordert Wissen und Sorgfalt – beides ist der Schlüssel zum Erfolg.

Wenn Sie mit einem kleineren, unkomplizierten Projekt starten möchten, um erste Erfahrungen zu sammeln, könnte der Kauf eines Balkonkraftwerks eine Überlegung wert sein. Es ist der ideale Einstieg in die Welt der Solarenergie und erfordert deutlich weniger Planungsaufwand. Für Ihr großes Vorhaben soll diese Checkliste ein verlässlicher Kompass sein.

Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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