PV-Anlage in Hilpoltstein: Rechnet sich Einspeisen oder Eigenverbrauch mehr?

Die letzte Stromrechnung der N-ERGIE liegt auf dem Küchentisch und der Betrag sorgt für Stirnrunzeln. Wieder teurer geworden. Währenddessen scheint die Sonne auf Ihr Dach in Hilpoltstein, Roth oder Neumarkt und Sie fragen sich: „Wäre es nicht schlauer, diesen Strom selbst zu erzeugen, statt ihn teuer zu kaufen?“

Die Antwort ist ein klares Ja. Doch wie genau rechnet sich eine Photovoltaikanlage heute? Die Zeiten, in denen PV-Anlagen primär zur Einspeisung ins Netz gebaut wurden, sind lange vorbei. Der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit liegt heute fast immer im Eigenverbrauch. Wir rechnen für Sie durch, warum das so ist und was das konkret für Ihr Zuhause im Netzgebiet der N-ERGIE bedeutet.

Die Grundlagen verstehen: Was bedeuten Eigenverbrauch und Einspeisung?

Stellen Sie sich vor, Sie bauen in Ihrem Garten Tomaten an. Jede Tomate, die Sie selbst ernten und essen, müssen Sie nicht mehr für teures Geld im Supermarkt kaufen. Jede Tomate, die Sie nicht selbst verbrauchen, könnten Sie am Marktstand verkaufen – allerdings für einen viel geringeren Preis.

Genauso funktioniert es mit Ihrem Solarstrom:

  • Eigenverbrauch: Das ist die „Tomate aus dem eigenen Garten“. Jede Kilowattstunde (kWh) Solarstrom, die Ihre Waschmaschine, Ihr Fernseher oder Ihr E-Auto direkt verbraucht, müssen Sie nicht mehr teuer bei der N-ERGIE einkaufen. Sie sparen also bares Geld.
  • Einspeisung: Das sind die „überschüssigen Tomaten“. Der Strom, den Sie erzeugen, aber in diesem Moment nicht selbst verbrauchen können, wird in das öffentliche Netz der N-ERGIE eingespeist. Dafür erhalten Sie eine staatlich festgelegte Vergütung, die sogenannte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Die entscheidende Frage: Was ist Ihr Strom wert?

Um die Wirtschaftlichkeit zu berechnen, müssen wir nur zwei Zahlen vergleichen: den Preis, den Sie für gekauften Strom zahlen, und die Vergütung, die Sie für eingespeisten Strom erhalten.

Der Wert des Eigenverbrauchs: Die vermiedenen Stromkosten

Der Strompreis für Haushaltskunden in der Region ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Nach dem Auslaufen der Strompreisbremse liegt der Arbeitspreis bei lokalen Anbietern wie der N-ERGIE schnell bei ca. 35 Cent pro Kilowattstunde (Stand 2024, kann je nach Tarif variieren).

Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, spart Ihnen also genau diesen Betrag. Ihr selbst erzeugter Strom ist für Sie also 35 Cent/kWh wert.

Der Wert der Einspeisung: Die EEG-Vergütung

Die Einspeisevergütung ist für 20 Jahre staatlich garantiert, aber sie ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Für eine typische Dachanlage bis 10 kWp Leistung, die heute in Betrieb genommen wird, erhalten Sie eine Vergütung von lediglich 8,1 Cent pro Kilowattstunde (Stand Februar 2024).

Stellen wir die beiden Werte direkt gegenüber:

  • Geld gespart durch Eigenverbrauch: 35 Cent/kWh
  • Geld verdient durch Einspeisung: 8,1 Cent/kWh

Der Unterschied ist gewaltig: Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, ist mehr als viermal so viel wert wie eine Kilowattstunde, die Sie ins Netz einspeisen.

Rechenbeispiel für ein typisches Einfamilienhaus in Hilpoltstein

Machen wir es konkret. Nehmen wir eine vierköpfige Familie im Landkreis Roth mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.500 kWh. Sie installieren eine 8-kWp-Photovoltaikanlage auf ihrem Dach, die pro Jahr etwa 8.000 kWh Strom erzeugt.

Szenario 1: Geringer Eigenverbrauch (ca. 30 %)

Die Familie ist tagsüber kaum zu Hause. Der Strom wird produziert, wenn niemand da ist, um ihn zu verbrauchen.

  • Eigenverbrauch: 30 % von 8.000 kWh = 2.400 kWh
  • Ersparnis: 2.400 kWh x 0,35 €/kWh = 840 € pro Jahr
  • Einspeisung: 70 % von 8.000 kWh = 5.600 kWh
  • Einnahmen: 5.600 kWh x 0,081 €/kWh = 453,60 € pro Jahr
  • Gesamtertrag: 840 € + 453,60 € = 1.293,60 € pro Jahr

Szenario 2: Hoher Eigenverbrauch (ca. 60 % mit Speicher)

Die Familie investiert in eine Photovoltaik mit Speicher. Der tagsüber erzeugte, überschüssige Strom wird gespeichert und abends verbraucht, wenn die Familie zu Hause ist.

  • Eigenverbrauch: 60 % von 8.000 kWh = 4.800 kWh
  • Ersparnis: 4.800 kWh x 0,35 €/kWh = 1.680 € pro Jahr
  • Einspeisung: 40 % von 8.000 kWh = 3.200 kWh
  • Einnahmen: 3.200 kWh x 0,081 €/kWh = 259,20 € pro Jahr
  • Gesamtertrag: 1.680 € + 259,20 € = 1.939,20 € pro Jahr

Das Ergebnis: Allein durch den Speicher steigert die Familie ihren jährlichen finanziellen Vorteil um über 640 € – jedes Jahr. Das zeigt deutlich: Der wirtschaftliche Hebel liegt darin, so viel Solarstrom wie möglich selbst zu nutzen.

Wie steigere ich meinen Eigenverbrauch? Praktische Tipps

Die gute Nachricht: Sie haben es selbst in der Hand, wie viel Sie von Ihrem wertvollen Solarstrom nutzen.

  1. Verbrauchsverhalten anpassen: Lassen Sie Spülmaschine, Waschmaschine oder Trockner bewusst mittags laufen, wenn die Sonne am stärksten scheint.
  2. E-Auto intelligent laden: Wenn Sie ein Elektroauto besitzen, ist die Installation einer Wallbox für E-Autos ideal. Laden Sie Ihr Fahrzeug mit kostenlosem Sonnenstrom vom eigenen Dach statt an teuren öffentlichen Ladesäulen.
  3. Warmwasser mit Solarstrom: Eine Wärmepumpe oder ein Heizstab kann überschüssigen Solarstrom nutzen, um Ihr Wasser zu erwärmen – quasi als thermischer Speicher.
  4. Der Game-Changer: Batteriespeicher: Die mit Abstand effektivste Methode ist ein Stromspeicher. Er speichert die Sonnenenergie vom Tag und stellt sie Ihnen abends, nachts und am Morgen zur Verfügung. So erreichen Sie leicht Autarkiegrade von 70 % und mehr.

FAQ – Häufige Fragen zur Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen im Raum Neumarkt und Roth

Lohnt sich auch eine kleine Anlage wie ein Balkonkraftwerk?
Absolut. Ein Balkonkraftwerk ist perfekt geeignet, um die Grundlast Ihres Haushalts (Kühlschrank, Router, Stand-by-Geräte) tagsüber zu decken. Jede erzeugte Kilowattstunde reduziert Ihre Stromrechnung direkt, was sich bei den aktuellen Strompreisen schnell auszahlt.

Was passiert, wenn die EEG-Vergütung nach 20 Jahren ausläuft?
Dann wird der Eigenverbrauch noch wichtiger! Ihr selbst erzeugter Strom ist dann quasi kostenlos (abgesehen von Wartungskosten). Die Anlage produziert weiter saubere Energie, die Sie nutzen können, um Ihre Stromkosten dauerhaft niedrig zu halten.

Muss ich meine Anlage bei der N-ERGIE anmelden?
Ja, jede PV-Anlage, die an das Stromnetz angeschlossen wird, muss beim zuständigen Netzbetreiber – in unserer Region also meist der N-ERGIE – und im Marktstammdatenregister angemeldet werden. Ein lokaler Partner wie JuraSol kennt die Abläufe und unterstützt Sie dabei.

Gibt es spezielle Förderungen für PV-Anlagen in Hilpoltstein?
Förderprogramme ändern sich häufig, deshalb lohnt es sich, die aktuellen Angebote von Bund, Ländern und manchmal auch Kommunen zu prüfen. Der größte finanzielle Vorteil bleibt aber die massive Einsparung bei den Stromkosten durch einen hohen Eigenverbrauch.

Fazit: Ihr Weg zur Unabhängigkeit beginnt mit dem Eigenverbrauch

Die Rechnung ist einfach: Ihren eigenen Solarstrom zu nutzen, ist mehr als viermal profitabler, als ihn ins Netz der N-ERGIE einzuspeisen. Jede Kilowattstunde, die Sie nicht für 35 Cent kaufen müssen, bringt Sie der Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen einen großen Schritt näher.

Eine moderne Photovoltaikanlage ist daher keine Gelddruckmaschine durch Einspeisung mehr, sondern vielmehr Ihre persönliche Strompreisbremse. Das Ziel sollte deshalb immer sein, den Eigenverbrauch zu maximieren – idealerweise mit einem intelligent gesteuerten System und einem passenden Stromspeicher.

Nächste Schritte: Von der Theorie zur Praxis

Jetzt, da Sie die Grundlagen der Wirtschaftlichkeit kennen, ist es Zeit für den nächsten Schritt. Überlegen Sie, welche Dachflächen Sie zur Verfügung haben und wie hoch Ihr Jahresstromverbrauch ist.

Stöbern Sie durch praxiserprobte PV-Komplettsets, um ein Gefühl für die benötigten Komponenten zu bekommen. Und das Wichtigste: Suchen Sie das Gespräch. Statt sich durch anonyme Onlineshops zu klicken, finden Sie bei uns in Hilpoltstein persönliche Ansprechpartner, die Ihre Gegebenheiten vor Ort kennen und Sie ehrlich beraten. Denn eine gute Planung ist die Basis für eine rentable und zukunftssichere Solaranlage.

Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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